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Hocker für bessere Darmentleerung: Warum die Anatomie oft gegen uns arbeitet

Beitragsbild: envatoelements | LightFieldStudios

Viele Menschen leiden unter dem Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können, oder müssen massiven Druck aufwenden, um das zu schaffen. Aus medizinischer Sicht ist das oft kein rein verdauungsspezifisches Problem, sondern ein mechanisches. Unsere modernen Sitztoiletten zwingen uns in eine 90-Grad-Haltung, die den Enddarm anatomisch blockiert.
Um gegen die unvollständige Darmentleerung wirken zu können und eine echte Erleichterung zu bekommen, müssen wir zurück zur Biomechanik des Körpers.

Das Problem: Der Verschlussmuskel im Sitzstreik

Im Inneren unseres Beckens gibt es den Musculus puborectalis. Dieser Muskel schlingt sich um den Enddarm und hält ihn im Stehen und Sitzen angewinkelt. Das ist ein wichtiger Schutzmechanismus für die Kontinenz. Zum Entleeren muss dieser Winkel aber begradigt werden.

In der herkömmlichen Sitzposition bleibt dieser „Knick“ bestehen. Wir versuchen dann oft, dieses mechanische Hindernis durch Pressen zu überwinden. Die Folgen:

  • Druckschäden und Schmerzen am Beckenboden.
  • Stauungen in den Venengeflechten (Hämorrhoiden).
  • Restharn und Stuhlreste, die Entzündungen begünstigen können.
  • Völlegefühl und Druckgefühl
  • Ungünstiger Druckaufbau im gesamten Körper erhöht beispielsweise das Risiko für Herzinfarkt und Hirnblutung.

Die Lösung für unvollständige Darmentleerung: Der 35°-Winkel

Erst in der tiefen Hocke (Oberschenkel nah am Bauch) entspannt sich der Puborectalis-Muskel vollständig. Der Enddarm wird gerade, und der Stuhl kann ohne Widerstand und ohne Druck aufbauen zu müssen, gleiten. Ein WC-Hocker simuliert diese natürliche Position, während ihr bequem auf der Toilette sitzen bleibt.

Praxis-Check: Drei bewährte Modelle für eure Gesundheit

Damit ihr im Alltag eine spürbare Erleichterung bei der Darmentleerung erzielt, sollte der Hocker stabil sein und die richtige Höhe sowie Breite bieten.

1. HOCA Medizinischer Toilettenhocker

Dieses Modell ist puristisch und funktional. Er ist speziell für den klinischen Einsatz konzipiert und bietet eine ideale Höhe für Standard-WCs.

  • Warum dieses Modell? Die Form passt sich perfekt der Toilettenschüssel an, sodass er bei Nichtgebrauch nicht im Weg steht. Er ist extrem robust und leicht zu desinfizieren. Außerdem bietet er eine gute Breite, so dass die Füße nicht zu eng positioniert werden (wie es bei Erwachsenen oft der Fall ist, wenn sie klassische Kinderhocker verwenden).
Hey Nature® HOCA medizinischer Toilettenhocker Erwachsene, Klohocker - Schnelle Hilfe gegen Hämorrhoiden, Blähbauch, Verstopfung, Blähungen. Badhocker/WC Hocker wirkt als natürliches Abführmittel
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20,95 €

2. MR.SIGA Squat-Hocker

Stabilität ist das A und O. Wenn ihr beim Stuhlgang unsicher steht, spannt sich die Beckenbodenmuskulatur unwillkürlich an.

  • Warum dieses Modell? Die stark gummierte Oberfläche verhindert jegliches Rutschen. Das gibt euch die nötige Sicherheit, um die Muskulatur wirklich locker zu lassen. Durch seine zwei verschiedenen Höhen kann er auch für andere Dinge eingesetzt werden.

3. STUUL Design-Hocker

Häufig wird die Nutzung von Hilfsmitteln abgebrochen, weil sie optisch im Bad stören. Der STUUL ist die Antwort für alle, die Ästhetik und Funktion vereinen wollen.

  • Warum dieses Modell? Er besteht aus zwei ergonomischen Einzelhockern, die zusammengesteckt wie ein schickes Badmöbel wirken. Das steigert die Akzeptanz und sorgt dafür, dass ihr das Tool auch wirklich jedes Mal nutzt. Außerdem können die Füße sehr individuell platziert werden, da man nicht auf eine fix vorgegebene Breite beschränkt ist.

„Die richtige Position auf der Toilette ist das Fundament der Darmgesundheit. Ein WC-Hocker ist kein Lifestyle-Gadget, sondern ein wichtiges Hilfsmittel, um den physiologischen Entleerungsprozess zu unterstützen und Druckschäden im Beckenboden zu vermeiden.“ erklärt auch Wolfgang Brunner-Fruhmann, Physiotherapeut und Spezialist für Beckenbodengesundheit.

Anleitung für die Praxis: So nutzt ihr den Hocker richtig

Ein Hocker allein hilft nur, wenn ihr auch die restliche Haltung anpasst. Achtet in der Praxis auf folgende Punkte, damit die unvollständige Darmentleerung ein Ende hat:

  • 1. Füße weit auseinander: Stellt die Füße stabil auf die Außenbereiche des Hockers. Das öffnet das Becken.
  • 2. Beugt euch leicht nach vorne. Je nach Körpergröße können die Hände und Unterarme locker auf den Knien und Oberschenkeln abgelegt werden.
  • 3. Bauchatmung: Atmet tief in den Bauch ein. Vermeidet es, die Luft anzuhalten.
  • 4. Kein Zeitdruck: Der Reflex zur Entleerung braucht einen Moment der Ruhe. Das Credo lautet: Locker lassen, statt zu drücken!

Die mechanische Unterstützung durch einen WC-Hocker ist die effektivste Sofortmaßnahme bei Entleerungsstörungen, aber auch zur Vorbeugung von Beschwerden. Ihr schont euren Beckenboden, reduziert das Risiko für Hämorrhoiden und fördert eine vollständige Darmentleerung ohne schädliches Pressen.

Schreibt uns gerne eine Nachricht über unser Kontaktformular oder kontaktiert uns telefonisch von Montag bis Freitag ab 09.00 Uhr unter folgender Nummer: +43 316 67 343 443