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Befreit durch die Erkältungszeit: Wie ihr eure Atemwege und Abwehrkräfte natürlich stärkt

Beitragsbild: envatoelements | ipolly80

Die Herbstzeit ist auch heuer wieder verlässlich Erkältungszeit: Die Nase sitzt dicht, der Kopf fühlt sich schwer an wie Blei und der unangenehme Druck auf den Nasennebenhöhlen wird von Tag zu Tag drückender. Um gut und beschwerdefrei durch die Schnupfenzeit zu kommen, müsst ihr aber nicht sofort zu chemischen Abschwellern oder Medikamenten greifen. Oft reichen bereits einfache, aber zielgerichtete Kniffe für den Alltag, um die Selbstreinigung der Lunge zu aktivieren. Wie ihr eure Atemwege in der Schnupfenzeit unterstützen könnt, erklärt Physiotherapeut und Aromapraktiker Wolfgang Brunner-Fruhmann aus der praxis entero in Graz.

Anatomie verständlich erklärt: Warum Nebenhöhlen blockieren

Unsere Atemwege sind mit einer faszinierenden Schutzschicht ausgestattet: der Schleimhaut mit ihren Millionen winzigen Flimmerhärchen (Zilien). Unter normalen Umständen schlagen diese Flimmerhärchen wie ein Mähdrescherfeld und befördern Schleim, Staub und Keime kontinuierlich in Richtung Rachen. Wenn Krankheitserreger eindringen oder trockene Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet, gerät dieses System aus dem Takt:

  • Schleimhautschwellung: Die Gewebe schwellen an, wodurch die engen Verbindungsgänge (Ostien) zwischen den Nasenhaupthöhlen und den Nebenhöhlen (Stirn- und Kieferhöhlen) zuschwellen.
  • Belüftungsstörung & Unterdruck: Der Schleim kann nicht mehr abfließen, staut sich an und es entsteht ein schmerzhafter Unter- oder Überdruck im Schädelbereich.

Immunpower von innen: Die präventive Schwarzkümmelöl-Kur

Um das Immunsystem optimal auf die Erkältungswelle vorzubereiten, lohnt sich ein Blick auf die Naturheilkunde: Eine präventive Kur mit hochwertigem Schwarzkümmelöl kann harmonisierend auf die Abwehrkräfte direkt von innen heraus wirken. Die darin enthaltenen ätherischen Öle, sekundären Pflanzenstoffe und ungesättigten Fettsäuren wirken laut Fachliteratur natürlich entzündungshemmend, regulieren das Immunsystem und helfen dem Körper, Erreger frühzeitig abzuwehren.

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Das richtige Raumklima & Ätherische Öle im Diffusor

Für eure Nase und die Bronchien ist im Herbst oft nicht nur die Kälte draußen, sondern das Mikroklima in Wohn- und Arbeitsräumen das Hauptproblem. Trockene Heizungsluft lässt die Flimmerhärchen der Schleimhaut erstarren.

So schafft ihr ein atemwegsfreundliches Raumklima:

  • Raumtemperatur optimieren: Haltet Wohn- und Arbeitsräume bei rund 20 °C. Zu heiße Räume trocknen die Atemwege massiv aus.
  • Gezieltes Stoßlüften: Öffnet mehrmals täglich für 5 Minuten die Fenster weit, anstatt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Das sorgt für echten Luftaustausch ohne Auskühlung.
  • Beduftung mit Diffusor: Gebt ein paar Tropfen naturreines ätherisches Öl – wie Mandarine (beruhigend) oder Cajeput (befreiend und keimtötend) – in einen Kaltwasser-Diffusor. Das befeuchtet die Luft und wirkt raumluftreinigend.
Hier gibt’s alle Infos kurz und knapp im Wohlfühl- und Gesundheitsratgeber

Der Geheimtipp aus der Physiotherapie: Das „Hümmen“ (Summen)

Bei dichtem Kopf und schmerzendem Druckgefühl über den Wangen oder der Stirn hilft ein verblüffend einfacher Trick direkt aus der Atemphysiotherapie: das sogenannte „Hümmen“ oder Summen.

„Beim tiefen Summen entsteht eine feine, kontinuierliche Vibration im Nasenraum. Diese Schwingung belüftet die Nebenhöhlen sanft und löst festsitzenden Schleim. Kombiniert mit leichten, ausstreichenden Massagegriffen über die Wangenknochen nimmt das sofort den Druck ab und senkt ganz nebenbei das Stresslevel.“

— Wolfgang Brunner-Fruhmann, Physiotherapeut bei praxis entero

So führt ihr die Übung durch:

Setzt euch aufrecht hin, schließt den Mund und atmet tief durch die Nase ein. Beim Ausatmen erzeugt ihr ein tiefes, gleichmäßiges „Mmmmm“-Summen. Wiederholt das 2 bis 3 Minuten lang. Streicht dabei gleichzeitig mit den Zeigefingern sanft von der Nasenwurzel über die Wangenknochen nach außen ab.

AtmenQuelle: envato elements | Rido81

Drei erweiterte Alltagstipps für freie Atemwege

Ergänzend zu den Empfehlungen aus dem Podcast helfen euch folgende drei physiotherapeutischen und naturheilkundlichen Methoden, die Atemwege noch intensiver zu entlasten:

  • Isotonische Nasenspülung mit Salzwasser: Eine tägliche Nasendusche mit lauwarmem Salzwasser spült Erreger, Staub und überschüssigen Schleim sanft aus. Sie hält die Schleimhaut feucht und regt die Aktivität der Flimmerhärchen an. Achtet dabei auf eine entsprechende medizinische Spüllösung und lasst euch am besten in einer Apotheke dazu beraten.
  • Bewegung des Brustkorbs: Bei festsitzendem Schleim in den Bronchien könnt ihr euren Brustkorb sanft in Bewegung bringen und mobilisieren. Das löst das Sekret mechanisch und erleichtert das Abatmen.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Kräutertees: Trinkt mindestens 2 bis 2,5 Liter am Tag – am besten warmes Wasser oder Arzneitees. Nur wenn der Körper ausreichend hydriert ist, kann fest sitzender Schleim besser verflüssigt und so abtransportiert werden.

Entschleunigung: Warum Tiefatmen die beste Abwehr ist

Anhaltender Stress schwächt nachweislich die Immunabwehr und verleitet uns zu einer flachen Brustatmung. Wer hingegen bewusst entschleunigt, tief in den Bauch atmet und seine Raumumgebung pflegt, nimmt Erregern den Nährboden. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft kurbelt zudem die Durchblutung und den Gasaustausch der Lunge an und bringt das Immunsystem auf Hochtouren.

Wann professionelle Hilfe nötig ist

In den meisten Fällen könnt ihr leichte Beschwerden durch diese einfachen Tricks gut selbst abfangen und lindern. Wenn die Symptome jedoch nach einigen Tagen nicht abklingen, starke Schmerzen, Atemnot, anhaltende Blockaden oder Fieber dazukommen, solltet ihr nicht zögern, ärztlichen Rat und ergänzend spezialisierte atemphysiotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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